Von Mareike

Brauchen wir (Frauen) Selbstverteidigung? [1]

Ja.

Objektiv wird unsere Welt immer sicherer, es geschehen weniger Gewaltverbrechen. [2] Nur das hilft nicht gegen das mulmige Gefühl beim Joggen auf einsamen Wegen, die Nervosität, wenn eine Gruppe halbstarker in der U-Bahn lärmt und schon gar nicht gegen den Kollegen, der dir in der Kaffeeküche unangenehm nah kommt.

Wehret den Anfängen!

Die meisten Gewalttaten (und Sexualdelikte) werden von bekannten Tätern verübt, also Familie, Kollegen, oft auch der Partner. Werden Frauen Opfer von Gewaltverbrechen, geschieht das meistens in der eigenen Wohnung [3]. Manchmal geht es nicht um körperliche Gewalt, sondern um psychische in Form von Mobbing etc.

Hier kannst du viel Gewinnen, indem du entschlossen deine Grenzen ziehst und klarmachst „So geht es nicht“. Wie du Grenzen setzt und verteidigst (verbal und notfalls körperlich) kannst du in einem guten Selbstverteidigungskurs lernen.
Wer gerne liest oder auf YouTube unterwegs ist, finde auch interessantes Material [4] – natürlich kann ein Buch oder Video nicht den persönlichen Kontakt mit einem kompetenten Kursleiter ersetzen.

Ein Crashkurs – ein großer Schritt für das Selbstbewusstsein.

Wenn du ungestört deinen Büro-Kaffee holen oder U-Bahn fahren willst, braucht es kein langes Training.

Denn

  • Eine kluge Taktik macht körperliche Auseinandersetzungen oft unnötig.
  • Täter suchen Opfer, keine Gegner. Wer selbstbewusst auftritt, kommt nicht als Opfer oft nicht in Betracht.
  • Weglaufen ist eine erfolgversprechende Option, du solltest nur wissen, wann.
  • Ein Angriff ist kein sportlicher Wettkampf, bei dem man Regeln einhalten muss – ein guter Lehrer weiß, wie du dir das zu nutzen machen kannst.

Bei einem Selbstverteidigungskurs für Frauen kann man in einem positiven Umfeld in kurzer Zeit viel lernen und so die Wahrscheinlichkeit verringern, Opfer zu werden.  Bei der EWTO-Schule Meerbusch gibt es die Möglichkeit, Kurse mit einem rein weiblichen Ausbilder-Team zu besuchen.

Zudem sollte so ein Selbstverteidigungskurs Spaß machen und neugierig auf mehr…

Kampfkunst für Frauen

Kampfkunst ist ein großartiges Hobby, das Körper und Geist trainiert. Nicht umsonst hängen die Japaner ihren Kampfkünsten ein „Do“ an, was Weg oder Pfad bedeutet. Durch die Kampfkunst entwickeln wir uns weiter und schreiten auf dem spirituellen Pfad unseres Lebens voran.

Und wer jahrelang Kampfkunst trainiert hat, ist nebenbei auch nachts in der U-Bahn recht entspannt.

Frauen in Kampfsport und Kampfkunst sind in der heutigen Zeit etabliert, es gibt Mixed Martial Arts- Kämpferinnen und Shaolin-Meisterinnen. Nach meiner persönlichen Erfahrung sind Frauen in der Kampfkunst häufig anzutreffen und die meisten trainieren mit Männern zusammen.

Der Kung-Fu Stil Wing Tsun (den wir hier in Meerbusch lernen) wurde sogar der Legende nach von einer Frau entwickelt und trägt den Namen der ersten Schülerin. [5]

Eine Kampfkunst, die bereits im alten China von Frauen ausgeübt wurde – das sollte auch die letzten Skeptikerinnen davon überzeugen, dass Kampfkunst ein großartiges Hobby für Frauen ist.

Auffrischungskurse nehmen

Ich selbst lerne seit Jahren Wing Tsun Kung Fu und merke dabei immer wieder, dass ich Inhalte oder Bewegungen sehr oft wiederholen muss, damit ich sie später mühelos abrufen kann.

Das gilt natürlich auch für die Grundlagen der Selbstverteidigung. Der erste Kurs ist für viele Frauen ein positives Erlebnis, weil sie merken „Ich kann mich zur Wehr setzen“ und auch Mittel dafür gezeigt bekommen – wo sie früher schlimmstenfalls hilflos und ratlos waren.

Doch nach einer Weile gerät das Gelernte in Vergessenheit. Darum bietet es sich an, hin und wieder einen Kurs zu besuchen, um die Selbstverteidigungs-Lektionen wieder ins Gedächtnis zu bringen.

 

[1] Natürlich ist Selbstverteidigung und Selbstbehauptung immer wichtig, unabhängig vom Geschlecht. Jeder kann Opfer von Gewalt, Belästigung etc werden. Eine geschlechtsneutrale Behandlung des Themas wird allerdings weder Frauen noch Männern gerecht.

[2] Z.B. Kriminalstatistik 2017 aus – https://www.welt.de/politik/deutschland/article176193755/Kriminalstatistik-2017-Mehr-linke-Gewalt-und-Judenhass.html

[3] Ausführliche Statistiken zur Gewalt gegen Frauen und Gewalt durch Partner: https://faktenfinder.tagesschau.de/inland/fakten-gewalt-gegen-frauen-101~_origin-f5e62208-80c1-493a-850d-581be3bce9b4.html

[4] Ein empfehlenswertes Buch zu dem Thema ist: „Verteidige Dich: Selbstverteidigung für Frauen“ von Keith R Kernspecht und André Karkalis

[5] Die Nonne Ng Mui war demnach eine Shaolin-Meisterin und entwickelte einen neuen Kung-Fu-Stil, der besonders für die Verteidigung gegen körperlich überlegene Gegner geeignet sein sollte. Ihre erste Schülerin, Yim Wing Tsun, gab den erlernten Stil weiter, so dass er als „Wing Tsun Kuen“ bekannt wurde, „der Faust-Stil von Wing Tsun“.